Stadtleben

Die „Gedenkbahn“ fährt im neuen Gewand


DSW21 und Jugendring Dortmund setzen ihre Kooperation fort

DSW21 und der Jugendring setzen ihre Zusammenarbeit für Demokratie und Menschenrechte fort. Als unübersehbares Zeichen dieser Kooperation ist seit 2019 eine vom Jugendring gestaltete Stadtbahn im Dortmunder Liniennetz unterwegs – die sogenannte „Gedenkbahn“. Jetzt wurde der Wagen mit ganz neuen Motivfolien beklebt und am Samstag, 8. Mai, dem 76. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus, offiziell auf die Strecke geschickt. Mit dabei war auch DSW21-Arbeitsdirektor Harald Kraus.

„Die Bereitstellung der Stadtbahn für eine gesellschaftspolitisch so wichtige Botschaft ist uns als Unternehmen, aber auch mir ganz persönlich ein Herzensanliegen“, sagte Harald Kraus beim Medientermin auf der Ost-West-Strecke U43. „DSW21 ist ein buntes Unternehmen. So bunt wie die Stadt Dortmund. Weltoffenheit und Toleranz sind tief in unserer DNA verankert. Deshalb sind wir auch schon 2013 der Charta der Vielfalt beigetreten.“ Weiterhin machte er deutlich: Der Opfer von Rassismus und Antisemitismus zu gedenken und an die Verbrechen der Nationalsozialisten immer wieder zu erinnern, sei „Grundvoraussetzung dafür, es heute und morgen besser zu machen“. Besser machen bedeute: „Heute und morgen dafür zu sorgen, dass Ausgrenzung und Diskriminierung jedweder Art in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft keine Chance haben.“

Als Arbeitsdirektor ist Harald Kraus noch ein Aspekt besonders wichtig: „Die Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 1945 war auch die Voraussetzung dafür, dass sich Gewerkschaften wieder frei betätigen konnten und die Mitbestimmung den ihr angemessenen Stellenwert erhielt. Das sind elementare Grundlagen für ein faires und respektvolles Miteinander von Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innen auf Augenhöhe. Dafür stehen wir bei DSW21.“

Unter dem Motto „Für Demokratie und Menschenrechte“ fährt die Bahn auch künftig durch Dortmund und trägt nicht nur die Jugendring-Forderung nach einem Feiertag am 8. Mai, sondern auch die Themen des Mitmach- und Aktionsportals www.demokratie-do.de durch die Stadt. „Für uns symbolisiert dieses Datum den Aufbau einer neuen Welt des Friedens, der Freiheit und der Menschenrechte – daran werden wir weiterarbeiten“, erklärte Sophie Niehaus, Vorsitzende des Jugendrings. Wie auch DSW21, ist es ihr wichtig, positive Botschaften für Zusammenhalt und Vielfalt, Demokratie und die Befähigung junger Menschen zur Selbstbestimmung in die Gesellschaft zu tragen.

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange lobte das Engagement: „Nur ein Jahr nach dem Ende der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten ergriffen die Dortmunder Jugendverbände 1946 eine vorbildliche lokale Initiative, um dauerhaft für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung einzustehen.“ Die jüngsten Anschläge in Halle, Kassel und Hanau würden zeigen, dass diese Arbeit nie ende. Die Aktionsbahn sehe er „als Aufforderung, ständig für unsere Werte in Bewegung zu bleiben“. Der Jugendring halte der Stadtgesellschaft einen Fahrplan vor und zeige täglich, worauf es ankomme: „Die Demokratie verlangt – damals wie heute – innovative Ideen für eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte. Nur so können Grenzen überwunden und gemeinsam eine sichere Zukunft gestaltet werden. Das Polizeipräsidium Dortmund arbeitet sehr gerne in diesem Dortmunder Netzwerk für Frieden und Freiheit mit.“

Anna Spaenhoff (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie, erinnerte daran, was Kindheit während des Dritten Reichs bedeutete. „Im Nationalsozialismus gab es ideologisch gelenkte, einseitige und undemokratische Kinder- und Jugendangebote. Ich möchte niemals eine solche Zeit erleben, in der unsere junge Generation nicht vielfältig, offen und frei in ihrer Meinung und Entwicklung aufwachsen kann.“