Stadtwerke

DSW21 mit Teilerfolgen im Kampf gegen Schnee und Eis

DSW21 mit Teilerfolgen im Kampf gegen Schnee und Eis

Voraussichtlich können im Laufe des Mittwochs erste Buslinien wieder starten

Mit maximalem Einsatz hat DSW21 auch am Dienstag weiter daran gearbeitet, die Schienen des Stadtbahnnetzes vom Eis zu befreien und im Busnetz zu prüfen, welche Linien möglichst zeitnah wieder ans Netz gehen können. Eine Erkenntnis, die nicht auf Anhieb logisch erscheint: Um die Spuren der Stadtbahn so nachhaltig enteist zu bekommen, dass ein sicherer Betrieb möglich ist, müssen zunächst die Straßen weiter freigeräumt sein. So bleibt des ÖPNV-Angebot am Mittwoch zunächst beim Status Quo. Ein großer Teil des Stadtbahnnetzes wird bedient. Die Busse laufen gewissermaßen in den Startblöcken warm. Im Laufe des Tages werden dann weitere Streckenabschnitte und voraussichtlich auch erste Buslinien hinzukommen. „Bei der 440 und der 450 etwa, zwei wichtigen Verbindungen, fehlt nicht mehr viel“, sagt Betriebsleiter Ralf Habbes. Vor allem einige Wendeschleifen muss der Räumdienst noch passierbar machen.

Das Problem im Stadtbahnbereich sind die vielen Straßenkreuzungen. Mit schwerem Gerät war DSW21 am Dienstag im ganzen Stadtgebiet unterwegs, um die zum Teil komplett zugeeisten Rillen aufzutauen. Eine Sisyphusarbeit, denn jedes Mal, wenn sich die Trupps auf gutem Weg wähnten, fuhren Pkw und Lkw die Spuren wieder zu. Der Schnee, der sich in die Rillen legt, friert bei den extrem niedrigen Temperaturen sofort fest und wird von den querenden Verkehrsteilnehmern zu Eis verdichtet. „Solch extreme Bedingungen mit denselben Effekten hatten wir zuletzt im Winter 2010“, sagt Ralf Habbes, der aber auch positive Nachrichten hat. „Die Weichen sind wieder frei. Alle Weichenheizungen laufen.“

Zudem wird DSW21 auch in der Nacht zum Mittwoch wieder mit zahlreichen Stadtbahnwagen „Spur fahren“ – also pausenlos unterwegs sein, um ein erneutes Zusetzen der Rillen zu verhindern.

Im Stadtbahnbereich startet DSW21 mit folgendem Angebot in den Mittwoch:
• U41 zwischen Clarenberg und Fredenbaum
• U42 zwischen Brunnenstraße und Hombruch
• U43 auf dem Innenstadt-Abschnitt zwischen Westentor und Lippestraße
• U44 zwischen Betriebshof Dorstfeld und der Geschwister-Scholl-Straße
• U45/46 Brügmannplatz bis Westfalenhalle
• U47 Hafen bis Allerstraße
• U49 Hacheney bis Leopoldstraße

Wo die Probleme der Dortmunder Verkehrsgesellschaft mit den Witterungsbedingungen im Detail liegen:

Beispiel U47:
Vom Hafen bis zur Allerstraße kommt die Stadtbahn durch. Die letzten wenigen hundert Meter die Marsbruchstraße hinunter bis zur Endstelle in Aplerbeck jedoch sind nicht befahrbar. „Das ist der Klassiker“, sagt Helmut Eder, Leiter Bahnbau. „Dort liegen unsere Spurrillen im Randbereich der Straße. Die Räumfahrzeuge schieben Schnee und Eis immer wieder in unsere Spur. Die setzt sich komplett zu – nichts geht mehr.“

Beispiel U43:
Die verkehrlich besonders wichtige Ost-West-Verbindung teilt sich den Straßenraum mit Individualverkehr und Lkw. Zudem franst die Randbebauung Richtung Osten zunehmend aus. Der eisig kalte Wind pfeift über die Strecke, bläst immer wieder Schnee über die vereiste Spur. Aber auch hier ist Land in Sicht. Die EDG hat am Dienstag damit begonnen, explizit die Schienenbereiche freizuräumen. DSW21 wird nun Dienstwagen einsetzen, um die Befahrbarkeit zu testen. Flankiert werden sie von Begleittrupps, die darauf achten, dass keine Bahn entgleist.

Beispiel U42:
Freie Fahrt hingegen im Bereich zwischen Brunnenstraße und Hombruch. Warum hier möglich ist, was auf anderen Strecken nicht funktioniert? – „Weil die Bebauung enger ist und wir von Anfang an weniger Probleme mit Verwehungen hatten“, erklärt Karsten Urlaub, Leiter der Verkehrssteuerung.

Die Buslinien im Dortmunder Stadtgebiet fuhren am Dienstag zahlreiche Verkehrsmeister und Mitarbeitende des Fahrdienstes mit Pkw ab. Wirklich befahrbar war noch keine Strecke; auf einigen Linien – wie z.B. der 440 von Aplerbeck nach Germania und der 450 von Schanze zu den Westfalenhallen – besteht aber berechtigte Hoffnung, dass gezielte Maßnahmen der EDG am Mittwoch letzte Hindernisse aus dem Weg räumen. Zunächst mit Solobussen, erklärt Ralf Habbes, werde DSW21 dann starten. Gelenkbusse sind vorerst keine Option. „Sie haben den Antrieb im hinteren Busteil und stellen sich bei glatten Straßen sofort quer. Das muss man sich so vorstellen, als ob man einen Pkw mit Wohnwagen fährt – und der Antrieb sitzt im Hänger.“

DSW21, so Karsten Urlaub, werde „am Mittwoch situativ entscheiden. Sobald wir für eine Strecke grünes Licht erhalten, fahren wir los. Die Fahrzeuge stehen bereit. Unsere Fahrerinnen und Fahrer stehen Gewehr bei Fuß